Montag, 24. März 2025

Tagebuch einer Mutter - Wie geht glücklich?

 Wie geht eigentlich glücklich? Bin ich eigentlich glücklich? Es scheint ja das große Ziel des Alltags, der Lebensreise schlechthin zu sein. Überall werden wir damit konfrontiert. Tu dies und du bist glücklich, sei so und du bist glücklich, ändere jenes und du bist glücklich. Und wir ändern, verändern arbeiten wie verrückt an diesem, unserem persönlichen, Glück, doch irgendwie will sich dieses Glück nicht so richtig einstellen. Und auf diesem holprigen Weg zum vermeintlichen Glück, werden wir plötzlich immer unzufriedener. Wir sind abends frustriert, wenn wir im Bett liegen, weil wir wieder versagt haben. Wir stehen morgens, nach unzähligen Versuchen glücklich zu werden, schon miesgelaunt auf. Wir reihen uns in den Alltagstrott ein und sind wie im Tunnel. In einem Tunnel mit Scheuklappen.

Glück ist kein Dauerzustand. Glück ist ein Moment. Glücklich sein ist das Bewusstsein darüber, welche Dinge Glück für dich wirklich bedeuten. Das ist doch einfach, wird da einer jetzt denken. "Mit 10 Millionen auf dem Konto und einer eigenen Insel, wo immer die Sonne scheint, da könnte ich schon sehr glücklich sein." Und ich denke, eine Weile ist das sicherlich auch so. Aber der Mensch funktioniert leider nicht so "einfach". Ich in meiner melancholischen Art und Weise, mit dem Hang zu nah ans Ufer zu treten, werde mit den Jahren dankbarer und ich denke, man kann auch sagen, glücklicher. Die Dinge nicht wie selbstverständlich hinzunehmen, sich nicht über alles und jeden zu ärgern, Fünfe gerade sein zu lassen gehören auch, für mich, einfach dazu. Für mich ist Dankbarkeit eng mit Glück verbunden.

In der heutigen Zeit, wo einem ziemlich viel virtuell vorgesetzt wird und wir regelmäßig verwirrt werden, ist es nicht so leicht, das Glück zu finden. Und dann wird man vielleicht auch noch ständig damit konfrontiert, dass und vor allem wie man glücklich sein kann. Liebe dich selbst, sei nett zu deinen Mitmenschen, sage auch mal "Nein", akzeptiere dein Spiegelbild, wenn dir was nicht gefällt, ändere es und so weiter und so fort. Rezepte für den Weg zum persönlichen Glück gibt es viele. Welches aber der unsere ist, müssen wir (leider) selbst herausfinden. Dennoch gibt es Dinge, die jeder auf seinem Weg zum Glück beachten kann.

Wenn ich an mich denke, dann weiß ich was ich mag, was ich schön finde, welche Ziele, die zu erreichen, mich vor Freude und Glück strahlen lassen würden. Und wenn ich mich in dieser Welt und Gesellschaft sehe, dann muss ich eigentlich hauptsächlich glücklich sein. Und ich denke, das bin ich auch. Jetzt. Und ich denke, dieses hängt vor allem damit zusammen, dass ich dankbar bin. Für manche vielleicht nur kleine Dinge, denn ich besitze kein Haus, keinen Neuwagen oder straffes Bindegewebe. Aber ich besitze andere Dinge. Zum Beispiel meine Töchter oder Kreativität. Einen Dickkopf. Phantasie und Emotionalität. Ich kann gelegentlich über meinen Schatten springen und kann auch Krisen bewältigen. Und wo findet sich dieses Glück eigentlich? Ist es was materielles, was zwischenmenschliches, ist es begleitet von Tugenden?

Heute morgen. Ich stand vor meinem Bett und auf diesem stapelte sich frisch gewaschene Wäsche, die ich gerade sortierte. Mein Fenster war weit geöffnet, um den nächtlichen Schlaf aus dem Zimmer zu vertreiben. Ich stand also vor meinem Bett und alles war still. Es lief  heute morgen kein Radio oder Podcast oder irgendwas anderes, auf das ich meine Gedanken lenken konnte. Ich war allein mit mir und ließ meine Gedanken kommen und gehen. Manche Gedanken wollte ich gleich wieder ins Vergessen schicken, weil ich sie unangenehm fand, doch man kann ja nicht immer alles ignorieren, also stellte ich mich dem Gedanken und ließ alles was damit in Verbindung stand zu und dann verschwand er einfach wieder und alles war gut. Aber was ich eigentlich erzählen wollte: in dieser Ruhe mit mir selbst, dem geöffneten Fenster und meiner einfachen Tätigkeit, dem Wäsche falten, hörte ich von draußen auf einmal dieses Vogelgezwitscher und es löste unglaublich viel an Emotion und Erinnerung in mir aus. Ich erinnerte mich z.B. an einen Morgen, ich war vielleicht 11 oder 12, da hatten wir gezeltet und der Morgen brach an. Die Luft noch kühl und frisch von der Nacht, die Sonne die schon bald am Horizont erscheinen würde, diese Gerüche von feuchtem Gras, Morgentau, die Blumen, der seichte Wind und das zusammen mit dem Gezwitscher der Vögel. Das war ein toller Moment. Ein Glücksmoment. Und dann dachte ich darüber nach, wann ich in meinem Erwachsenendasein denn das letzte Mal solch einen Moment zu schätzen wusste und ihn bewusst erlebt habe und es genauso gefühlt habe. Ich konnte mich nicht erinnern. Natürlich bewundere ich immer noch Sonnenauf-/ und Untergänge, sehe Blumen, Berge, Tiere, die ich bezaubernd finde, aber dieses irgendwie magische Gefühl von damals begleitet die Momente von heute leider nicht mehr. Diese kindliche Magie würde ich gerne wiederfinden, vielleicht muss ich aber dafür ein bisschen aus meinem Alltagstrott (vermeintlich Komfortzone) heraustreten und Neues wagen um alte Magie zu finden.















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